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Fachartikel Farbakupunktur erschienen comed 2006

Mein Anliegen ist es, Sie auf eine naturheilkundliche Methode aufmerksam zu machen, die Ihren Patienten auf eine einfache Art und Weise Symptomverbesserung oder gar Heilung bringen kann und Ihnen als Anwender viel Freude bereiten wird. Es handelt sich hier um eine wirklich „schöne“ Heilmethode – im tatsächlichen Sinne des Wortes: Die Farbakupunktur.
Warum schön? Weil der Umgang mit Farben und insbesondere mit Farblicht sowohl den Patienten, als auch den Anwender begeistern. Diese Heilmethode hat natürlich den großen Vorteil, dass sie nicht weh tut. Bei der traditionellen Form der Akupunktur setzt der Thera-peut Nadeln in die Akupunkturpunkte. Das kann unangenehm sein – nicht nur für Kinder. Es gibt auch eine Vielzahl erwachsener Patienten, die dem lieber aus dem Weg gehen. Im mei-ner Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder sich für die Farbakupunktur begeis-tern. Sie haben einen direkten Zugang zu dieser Form der Therapie. Es macht ihnen Spaß zu sehen, welche Farben zur Anwendung kommen und wie diese wirken. Im übertragenen Sinne könnte man auch sagen „mit der Sonne malen“. Die Sonne steht dabei als Symbol für die Farbakupunkturlampe. Kinder (und auch Erwachsene) haben einen geradezu intuitiven Zugang zum Thema Farben. Sie können oft die Farben spontan benennen, die ihnen „gut tun“.

Sie fragen sich als Therapeut, wie Sie die Farbakupunktur in Ihrer Praxis einsetzen können. Dazu möchte ich Ihnen in diesem Fachartikel Anregungen geben und Ihnen zwei konkrete Patientenfälle aus dem täglichen Praxisbetrieb schildern.

Zunächst ein paar einführende Hintergrundinformationen:

Die Farbakupunktur entwickelte sich aus der herkömmlichen Farbtherapie. Die Wurzeln für das Heilen mit Farben reichen bis zu den alten Hochkulturen zurück. Es finden sich Hinweise darauf, dass bereits in Ägypten mit Farbtherapie behandelt wurde. Ebenso nennt die Litera-tur Mexiko, Indien und Asien als Wiegen der Farbtherapie. Aus dem alten China wird berich-tet, dass Darmkranke mit Gelb, Epilepsie-Kranke mit Violett und Scharlach-Patienten mit Rot behandelt wurden.

Grundstein für die moderne Farbtherapie ist das Buch „The principle of light and colour“ von Dr. Edwin Babitt, das er 1878 veröffentlichte. Der Däne Niels Finsen eröffnete Ende des 19. Jhd. ein Lichtinstitut zur Behandlung von Tuberkulose. Er erhielt 1903 den Nobelpreis und berichtete später über überraschende Heilerfolge mit Licht und Farben an über 2000 Patien-ten.

Die Farbakupunktur wurde von Peter Mandel entwickelt. Er hat festgestellt, dass sich die notwendige Behandlungszeit bei der herkömmlichen großflächigen Bestrahlung mit Farblicht dramatisch verkürzt, wenn das Farblicht spezifisch auf einen Akupunkturpunkt aufgebracht wird. Daraus ergibt sich für die Behandlung ein wesentlicher Vorteil: kürzere Bestrahlungs-zeit und damit schnellere Erfolge, also eine sehr ökonomische Therapieform.

Das Spektrum des für den Menschen sichtbaren Lichtes (Abb. 1) reicht von ca. 390nm im UV-Bereich bis ca. 800nm im roten Bereich. Dazwischen finden Sie alle Farben wie in der Abbildung dargestellt.

Zur Auswahl der einzusetzenden Therapiefarbe bieten sich die verschiedenen bioinformati-ven Testmethoden an: Kinesiologie, RAC nach Nogier, Elektroakupunktur nach Voll oder z.B. der Einsatz des Biotensors. In meiner Praxis kommt die Kinesiologie als Testmethode zum Einsatz. Sie bietet aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass der Patient direkter betei-ligt ist. Durch den kinesiologischen Muskeltest zeigt sein Körper, bzw. sein Arm, ob die ihm angebotene Farbe die jetzt einzusetzende Therapiefarbe ist oder nicht. Hierbei zeigt der „starke“ Patientenarm die richtige Farbe an, ein „schwacher“ fordert auf, die Austestung fort-zusetzen, bis die optimale Farbe ermittelt ist. Grundsätzlich können aber auch alle anderen Testmethoden eingesetzt werden.
Nach Auswahl der Therapiefarbe entscheiden Sie jetzt als Therapeut, welches Bezugssys-tem zum Einsatz kommt. Folgende Bezugssysteme, die sich in der Praxis bewährt haben, möchte ich kurz vorstellen:
Behandlung der klassischen Akupunkturpunkte:
Bei diesem sehr weit verbreitetem System nutzt der Farbakupunkteur die klassischen Aku-punkturpunkte zur Therapie. Für diesen Zweck wurden spezielle Farbakupunkturlampen entwickelt, mit denen man ganz gezielt die Farbe auf den ausgewählten Akupunkturpunkt aufbringen kann. Bitte achten Sie bei der Auswahl einer solchen Farbakupunkturlampe auf eine sehr gute Qualität, da es sich hierbei um ein medizinisch-technisches Gerät handelt. Die Behandlungszeit kann ebenfalls per bioinformativer Testmethode ermittelt werden. So kön-nen Sie als Behandelnder innerhalb einer vergleichsweisen kurzen Behandlungszeit eine Vielzahl diverser Akupunkturpunkte mit unterschiedlichen Farben (falls erforderlich und sinn-voll) behandeln.

Behandlung der Mu-Punkte:
Eine Spezialform der o.g. Methode stellt die Behandlung der Mu-Punkte (Alarmpunkte) dar. Dabei werden Störungen des zugeordneten Funktionskreises behandelt, insbesondere bei akuten Störungen.
Behandlung der Punkte der Koreanischen Handakupunktur:
Ein komplettes Somatotop bildet die Koreanische Handakupunktur auf der Patientenhand ab. Hier entspricht jedes Körperteil einer Zone der Hand. Das oberste Glied des Mittelfingers ist z.B. dem Kopf zugeordnet oder z.B. der Ringfinger den Armen. Vorteil dieser Methode ist die gute Zugänglichkeit der Hand und die Tatsache, dass der Patient immer zuschauen kann, wenn seine Hand behandelt wird und so die „volle Kontrolle“ über den Fortgang der Behand-lung behält.

Behandlung der Punkte nach YAMAMOTO:
Der Japaner Dr. Yamamoto prägte die YNSA (Yamamoto New Scalp Acupuncture). Diese Punkte befinden sich alle am Kopf des Patienten und sind daher gut zugänglich. Sie eignen sich hervorragend zur Behandlung mit Farbakupunktur. YNSA wird unter anderem bei der Behandlung chronischer Schmerzzustände (z.B. Wirbelsäulen-Schmerzsyndrom, Hemiple-gie, Tinnitus, Facialis Parese, MS) angewendet.
Farbakupunktur eignet sich neben der Behandlung körperlicher Symptome auch gut zur Be-handlung emotionaler Erkrankungen. Im folgenden Praxisbeispiel geht es um die Behand-lung einer Phobie:
Praxisbeispiel
Sabine Jansen (Name geändert) schildert ihre Spinnen-Phobie. Beim Erblicken einer Spinne reagiert Sie mit panischer Angst. „Ich schreie augenblicklich und kann das dann nicht mehr kontrollieren. Ich muss sofort den Raum verlassen.“ Wir besprechen die Vorgehensweise.

Bei der Patientin testet das Farbtäfelchen mit der Farbe Blau „stark“. Ebenso ermitteln wir kinesiologisch die zu behandelnden Akupunkturpunkte – in diesem Beispiel werden die ko-reanischen Handakupunkturpunkte behandelt. Beim ersten Durchgang sagt die Patienten nichts und stellt sich auch nichts vor. Sie schaut lediglich zu, welche Punkte wie bestrahlt werden. Im zweiten Durchgang wiederholen wir die Bestrahlung mit Blau, mit dem Unter-schied, dass die Patientin jetzt ca. alle 30 Sekunden „Spinne“ sagt. Es folgt ein dritter Durch-gang. Dabei hat die Patientin die Aufgabe, in regelmäßigen Abständen das Bild einer Spinne vor ihrem geistigen Auge zu visualisieren. Sie entscheidet frei und unabhängig darüber, wann Sie das während des dritten Durchgangs macht und wie lange. Dabei tauchen Erinne-rungen auf. Diese werden nicht gleich wieder verdrängt, sondern angeschaut. Gleichzeitig werden die ausgewählten Punkte aus der koreanischen Handakupunktur weiter mit Blau be-strahlt. Nach insgesamt ca. 30 Minuten erklärt die Patientin, dass ihr das Visualisieren der Spinne „fast nichts mehr ausmacht.“ Ein paar Wochen später treffe ich sie wieder und sie erzählt, dass sie vor kurzem eine Spinne mit einem Papiertaschentuch in die Mülltonne be-fördert hat. Dass wäre vorher undenkbar gewesen…

Abschließen möchte ich mit einem Praxisbeispiel, das ein wirkliches Highlight darstellt:
Praxisbeispiel
Hans Müller (Name geändert) kommt in die Praxis. Er klagt über starke Schmerzen im Rü-cken aufgrund einer Herpes zoster Erkrankung. Hier geht es um eine symptomatische Be-handlung mit dem Ziel der Schmerzlinderung. Als Schmerzlevel gibt Herr Meier eine „10“ an (Patient nennt Wert zwischen 1 und 10, dabei ist 10 der Max-Wert, 1 der Min-Wert).
Die in Frage kommenden Farben werden dem Patienten in Form von Farbtäfelchen zum Anschauen in die Hand gegeben. Die einzelnen Farben werden mit dem kinesiologischen Muskeltest überprüft.
Bei ihm testet die Farbe Rot-Orange stark. Die zu behandelnden Akupunkturmeridiane wer-den ebenfalls kinesiologisch ermittelt. Die Behandlung beginnt. Nach nur 10 Minuten Farb-akupunktur hat sich der Schmerz auf „2“ reduziert. Tel. nachgefragt, erklärt Herr Meier mir, dass der Schmerz nicht zurückgekommen ist und dass dies bis zur Ausheilung so geblieben ist…

Keding Christa: Farbtherapie; Heyne Verlag
Gümpel, Dietrich: Dr. rer. nat. Wie neugeboren durch Heilkräuter-Essenzen und Farben, Haug Verlag
Keding, Christa: Dr. med. Seminarscript Farblicht-Therapie

Fachartikel Kinesiologie erschienen in comed 2006

Viele Wege führen zum Erfolg. Mein Anliegen ist es, Sie als Therapeuten zu ermuntern, den Muskeltest mit Ihren eigenen Test- und Therapieverfahren zu kombinieren. Der Erfolg dieser Methode liegt geradezu in der Kombination: 1 plus 1 ist halt mehr als 2. Oft steht man als Therapeut mit seinem umfangreichen Wissen in der tägl. Praxis vor Fragen wie:

- Welches ist das für den Patienten optimale Therapieverfahren?
- Welche der verschiedenen möglichen Ursachen einer Erkrankung ist die, die im
  Vordergrund steht und daher als erste behandelt werden sollte?
- Welches Mittel ist für den Patienten optimal?
- …

Die Liste lässt sich beliebig ergänzen. Der Therapeut steht vor einem Puzzelspiel bei der Erforschung der Krankheitsursachen. Hier ist wahre Detektivarbeit gefordert. Dabei geht es darum, Fachwissen mit der eigenen Intuition zu verbinden oder anders ausgedrückt:

Verstand und Bauchgefühl zusammen zu nutzen, um für den Patienten das Bestmögliche zu erreichen.

Wie kann hier die Kinesiologie helfen?

Dazu eine kurze Einleitung in die Testmethode: Die zu testende Person streckt ihren Arm aus und versucht, diesen gegen den Druck des Testers zu halten. Die zu testende Person wird dann mit unterschiedlichen möglichen Stressoren konfrontiert.
Handelt es sich tatsächlich um einen Stressor so kann die zu testende Person den Arm nicht halten, er gibt nach, er wird „schwach“. Ist es kein Stressor, so bleibt der Arm stark. Zur Be-antwortung der Ausgangsfrage kann man dem Patienten jetzt mit Hilfe der Kinesiologie ver-schiedene Therapiemethoden „anbieten“ – jeder Therapeut kombiniert sie mit seinen Verfah-ren. Der Armtest zeigt dem Therapeuten den Weg durch die Vielzahl der Möglichkeiten.

Im Folgenden möchte ich Ihnen anhand von Beispielen aus meiner Praxis zeigen, wie man ganz unterschiedliche naturheilkundliche Therapieverfahren miteinander kombinieren kann.

Praxisbeispiel Farbakupunktur und Kinesiologie:
Achim Meier (Name geändert) betritt die Praxis. Er klagt über starke Schmerzen im Rücken-bereich aufgrund einer Herpes zoster Erkrankung. Hier geht es um eine symptomatische Behandlung mit dem Ziel der Schmerzlinderung. Als Schmerzlevel gibt Herr Meier eine „10“ an (Patient nennt Wert zwischen 1 und 10, dabei ist 10 der Max-Wert, 1 der Min-Wert). Die in der Farbakupunktur eingesetzten Farben werden dem Patienten in Form von Farbtäfelchen zum Anschauen in die Hand gegeben. Die einzelnen Farben werden mit dem kines. Muskel-test überprüft.
Bei ihm testet die Farbe Rot-Orange stark. Die zu behandelnden Akupunkturmeridiane wer-den ebenfalls kinesiologisch ermittelt. Die Behandlung beginnt. Nach 10 Minuten Farbaku-punktur hat sich der Schmerz auf „2“ reduziert. Tel. nachgefragt, erklärt Herr Meier mir, dass der Schmerz nicht zurückgekommen ist und dass dies bis zur Ausheilung so geblieben ist.

Dies war ein Beispiel für die Kombination einer Therapieform mit Kinesiologie. Ebenso kön-nen Sie sie zur Diagnostik einsetzen. So können Sie mit Nosoden oder Organampullen die Art der Störung im Körper oder den Reaktionsort ermitteln. Im nächsten Praxisbeispiel geht es um eine solche Anwendung.

Praxisbeispiel Nosoden und Kinesiologie:
Lena Sanders (Name geändert) ist fünf Jahre alt und leidet unter Neurodermitis. Den Eltern ist es wichtig, eine ursachenbezogene Form der Behandlung zu finden. Sie sind offen für naturheilkundliche Methoden. Bei ihr testet die Nosode mit dem Impfstoff Tetanus. Die ande-ren Impfstoffe testen negativ. Es spricht in diesem Fall viel dafür,
dass die kleine Lena diese Impfung nicht vertragen hat. Es handelt sich hier offensichtlich um die Folgen einer Impfblockade. Nach der Behandlung mit der potenzierten Nosode und einem ausgetestetem Ausleitungsmittel heilt die Neurodermitis-Erkrankung in den nächsten Wochen ab.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit für den Einstieg in die kinesiologische Diagnostik stel-len die Alarmpunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin dar.
Der Patient berichtet zuerst über seine Symptome. Durch das gemeinsame Gespräch findet man einen Einstieg in das Thema und es wird gleichzeitig fokussiert. Eine gute Verbindung zum Thema (Erkrankung, …) ist hergestellt. Jetzt kann der Therapeut die einzelnen Alarm-punkte des Patienten berühren und gleichzeitig testen, ob dabei der Arm stark bleibt oder schwach wird. Ein schwacher Arm zeigt eine Störung des entsprechenden Meridiansystems an. Von hier aus sind wieder verschiedene Behandlungsalternativen denkbar, z.B., welches Mittel stärkt den geschwächten Meridian oder welche emotionale Ursache steckt hinter dem Symptom (s. nächstes Praxisbeispiel).

Im folgenden Fall geht um die Aufdeckung einer emotionalen Ursache.
Schauen wir uns dazu das Praxisbeispiel an.

Praxisbeispiel Emotionen und Kinesiologie:
Gerd Holten (Name geändert) erzählt bei der Anamnese, dass er „nicht mehr kann und fertig ist“. Er arbeitet viel im Büro. Am Wochenende, wenn andere Kollegen mit der Familie unter-wegs sind, arbeitet er oft zu Hause weiter. Er meint: „Ich komme nie zur Ruhe!“
Wir nähern uns dem Thema durch ein ausführliches Gespräch. Einem kurzem Vortest folgt das Austesten der Organemotionen: Magen und Milz/Pankreas testen schwach. Aus der TCM kennen wir die typischen Zuordnungen zwischen Meridianen und Emotionen. Zu den beiden schwach testenden Meridianen werden alle dazugehörigen Emotionen getestet. Beim Magen testet die Emotion Kritik schwach, bei Milz/Pankreas der Begriff Anerkennung. Herr Holten assoziiert, was diese Begriffe für ihn bedeuten. Zu diesem Zeitpunkt kreisen wir die Ursache bereits ein – es geht jetzt darum, den Kreis noch „kleiner“ zu machen, um so, so nah wie möglich an das ursächliche emotionale Muster heranzukommen. Wir testen die Zeit-schiene aus. Wir ermitteln also, zu welchem Zeitpunkt, bzw. in welchen Zeitraum das Ur-sprungsthema „handelt“. Das Testen der Zeitschiene ergibt den Zeitraum 4-10 Jahre. Inte-ressant ist, dass hier die Lebensjahre einzeln getestet alle schwach testen – es geht hier offensichtlich nicht um einen bestimmten Zeitpunkt. Welche Informationen haben wir zu-sammen? Es geht also um den Zeitraum, als Herr Holten 4 bis 10 Jahre alt war und es dreht sich dabei um die Themen Kritik und Anerkennung. Herr Holten hegt bereits einen „Ver-dacht“. Dieser erhärtet sich durch das Testen der visuellen Vorstellung seines Vaters. Herr Holtens Arm testet schwach. Das Puzzle fügt sich zusammen. Herr Holten erkennt für sich die Zusammenhänge. Er wirkt betroffen: “Lob habe ich nie von meinem Vater bekommen und einfach nur so Spielen wurde kritisch beäugt – ich sollte was Vernünftiges machen“.
Zur Behandlung wird ein Stress Release eingesetzt: Ich halte mit meiner Hand für mehrere Minuten die beiden Stirnbeinhöcker des Patienten. Während dieser Zeit fokussiert Herr Hol-ten mit geschlossenen Augen das bearbeitete Thema, lässt sich auf die damit verbundenen Eindrücke (Bilder, Erinnerungen, Aha-Erlebnisse) und die aufsteigenden Emotionen ein. Darüber sprechen wir nach Abschluss des Stress Release und testen dann die Begriffe er-neut, die zuvor schwach getestet haben. Bei allen Stressorenbegriffen ergibt sich jetzt ein starker Arm. Herr Holten fühlt sich entspannt. Vier Wochen später treffen wir uns und er er-zählt: „Mir geht es gut. Ich bin viel ruhiger geworden. Ich kann die Dinge jetzt gelassener angehen“.

Die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten der Kinesiologie mit anderen Methoden ist schier unbegrenzt. Abschließen möchte ich diesen Artikel mit folgendem Beispiel aus der Praxis.

Ernährung und Kinesiologie:
Sabine Gaspers (Name geändert) wird von Ihrem Internisten geschickt. Er betreut sie seit 4 Jahren. Frau Gaspers war bei verschiedenen Fachärzten. Ihr ständiges Sodbrennen und die chronisch entzündete Speiseröhre konnte durch schulmedizinische Verfahren nur gelindert werden. Sie erklärt: „Ich habe viel Stress im Büro, meine Erkrankung ist psychosomatisch bedingt. Ich ernähre mich gesund und treibe Sport…“
Ich schlage der Patientin vor, zusätzlich zu den emotionalen Themen auch ihre Ernährung anzuschauen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass gerade auch Menschen die unter enormen Leistungsdruck stehen und sich auch nicht immer diesem entziehen können oder wollen, allein durch eine Optimierung ihrer Ernährung eine deutliche Verbesserung ihrer Gesundheit bis hin zur Ausheilung einer chronischen Erkrankung erfahren können. Die Patientin ist ein-verstanden. Wir testen alle wichtigen Lebensmittel und Lebensmittelgruppen durch. Die Pati-entin erfährt am „eigenen Leibe“ was ihr gut tut - starker Arm, und was ihr nicht gut tut - schwacher Arm.
D.h., Sie als Therapeut kommen nicht mit allgemeinen Ernährungsratschlägen daher und geben diese dann an Ihren Patienten weiter. Ernährungsratschläge gibt es wie Sand am Meer und wenn sie sich damit einmal ausgiebig beschäftigen, werden sie in vielen Fällen geradezu sich widersprechende Empfehlungen erhalten. Beim kinesiologischen Armtest haben Sie den großen Vorteil, dass Sie den Patienten nicht überzeugen müssen. Das übernimmt der Patientenarm für Sie.

Als ausgesprochen wichtig und relevant für die Gesundung des Patienten hat sich das Aus-testen von Lebensmittelkombinationen herausgestellt. Im ersten Schritt also die einzelnen Lebensmittel alleine und danach Lebensmittelkombinationen.
Testen Sie z.B. Apfelschorle alleine, so testet diese meistens stark. Ebenso testet Vollkorn-brot für sich alleine stark. D.h., der Patient erhält die Information: Apfelschorle und Vollkorn-brot sind ok für mich. Aber – und jetzt wird es spannend: Testen Sie beides gleichzeitig zu-sammen, so erhalten Sie in der Regel, einen schwachen Arm. D.h., die gleichzeitige Kombi-nation dieser beiden Lebensmittel ist für den getesteten Patienten nicht ok. Will er gesund werden, macht es also Sinn, dass er diese Kombination meidet. Auch hier zeigt der kinesio-logische Armtest seine enorme Stärke. In der Praxis gibt es eine Vielzahl solcher Nahrungs-mittelkombinationen, die schwach testen, obwohl die einzelnen Lebensmittel für sich alleine stark testen.

Frau Gaspers verlässt die Praxis mit einem für sie individuell kinesiologisch ausgetestetem Ernährungsprofil. Nach 2 Wochen kommt Sie zum nächsten Termin um das erste emotiona-le Thema anzugehen. Die Ernährungsweise hat sie unmittelbar nach dem ersten Termin umgestellt. Und sie berichtet freudestrahlend:
„Die Entzündung ist weg und wenn ich mich an die Testergebnisse halte, habe ich überhaupt kein Sodbrennen mehr…“.

Literatur:
Keding, Christa: Dr. med. Gesund durch analytische Kinesiologie, Jopp Verlag
Keding, Christa: Dr. med. Gesund durch psychologische Kinesiologie, Jopp Verlag
Gümpel, Dietrich: Dr. rer. nat. Wie neugeboren durch Heilkräuter-Essenzen und Farben, Haug Verlag
Ludwig, Wolfgang: Dr. rer. nat. Informative Medizin, VGM Verlag für Ganzheits-medizin
Dobler Günter: Kinesiologie, Urban & Fischer
Klinghardt Dietrich: Dr. med. Lehrbuch der Psychokinesiologie, Bauer Verl.

Fachartikel LM-Potenzen… erschienen comed2007
Theorie mit Praxisfallbeispielen ADHS/Hyperaktiviät/Schulprobleme

Was sind LM-Potenzen? Was ist das besondere an diesen Potenzen?
Wirken sie anders als „normale“ homöopathische Mittel? Wie stark entgiftend wirken diese?
Wie häufig soll der Patient sie einnehmen?
Unter den Homöopathie-Experten werden diese und ähnliche Fragen intensiv diskutiert. Ent-scheidend aus Sicht des Autors ist nicht so sehr die theoretische Betrachtung, sondern viel-mehr, inwieweit sich die LM-Potenzen im tägl. Praxisbetrieb bewähren und den Menschen helfen.

Hahnemanns Organon der Heilkunst ist das Buch, auf dem das Fundament der Homöopa-thie beruht. Es erläutert die fundamentalen Fragen.
Die erste Auflage des Organons erschien im Jahr 1810. Im Sinne einer permanenten Ver-besserung veröffentlichte Hahnemann (Abb. 1) weitere Auflagen. Mit der 6. Aufl. beschäftigte sich Hahnemann im Alter von 80 Jahren. Kurz vor seinem Tod 1843 überließ er die 6. Aufl. der Nachwelt. Choudhury zitiert Hahnemann über die 6. Auflage des Organons mit den Wor-ten „die neue, veränderte, aber vervollkommnete Methode“.

Wie werden LM-Potenzen hergestellt?

Aus dem Ausgangsstoff sind drei aufeinanderfolgende Triturationen im Mischungsverhältnis 1:100 herzustellen. 1 Gran der dritten Trituration löst man unter Schütteln in 500 Tropfen eines Alkohol/Wasser-Gemisches. Ein Tropfen dieses Gemisches werden mit 100 Tropfen Alkohol vermischt und insgesamt mit 100 Schüttelschlägen potenziert. Man hält die LM 1 in der Hand.

Mit einem Tropfen dieser LM1 werden 500 Globuli getränkt. Einen dieser Globuli gibt man in ein Fläschchen und fügt 1 Tropfen destilliertes Wasser hinzu. Nach dem Auflösen fügt man 100 Tropfen Alkohol hinzu und schüttelt es ebenfalls 100 mal. Fertig ist die LM 2. Alle weite-ren Potenzstufen werden ebenfalls so hergestellt.

Ein Vergleich der unterschiedlichen Potenzierungsformen zeigt die Abb. 2. LM-Potenzen werden auch Q-Potenzen genannt. Das besondere ist hier der im Vergleich zu den D- und C- Potenzen extrem hohe Verdünnungsgrad mit 1:50.000.

Wie wirken LM-Potenzen?
LM Potenzen wirken auf der einen Seite sehr sanft und auf der anderen Seite sehr tiefgrei-fend. Im Vergleich zu den C-Potenzen beobachtet man bei der Behandlung mit LM-Potenzen nur selten Erstverschlimmerungen - ohne dass sie an Wirkkraft einbüßen. Und gerade dies ist bei Entgiftungstherapien von entscheidener Wichtigkeit. Was nützt es, wenn Sie als The-rapeut das für Ihren Patienten passende homöopathische Mittel bestimmt haben – dies aber aufgrund einer ungeeigneten Potenz so stark entgiftend wirkt, dass es zu starken „Nebenwir-kungen“ kommt. Positiv mag das dann als Erstverschlimmerung gedeutet werden, für den Patienten bedeutet das dann eine zusätzliche Belastung. Diese kann man mit der Wahl einer geeigneten Potenz minimieren oder gar ganz vermeiden.

In seiner Praxis hat der Autor sehr gute Erfahrungen mit der Behandlung mittels LM-Potenzen gemacht. Wichtig ist, neben der Auswahl des für den Patienten passenden Mittels, die Wahl der optimalen Start-Potenz (kann bei dem einen Patienten z.B. eine LM 3, bei dem anderen z.B. direkt eine LM 30 sein).

Für die Selbstbehandlung eines Erkrankten oder die Behandlung eines erkrankten Kindes durch die Eltern eignen sich die LM-Potenzen nicht. Laien sollten sich nur mit Potenzen bis max. der D12 selbst behandeln. Darüber hinaus sollten Sie sich einem erfahrenen Therapeu-ten anvertrauen.

In der Praxis kommt es vor, dass eine LM-Mittelgabe oft nur einmal innerhalb von 4 Wochen erforderlich ist. Eine evtl. häufigere Gabe kann in einem solchen Fall kontraproduktiv sein.

Die beiden Praxisbeispiele beschreiben die erfolgreiche Anwendung von LM-Potenzen bei Kindern:

Praxisfall ADHS / Hyperaktivität:
Der 10-jährige Heiko (Name geändert) kam mit der Diagnose ADHS bzw. Hyperaktivität in die Praxis. Seine Mutter berichtete verzweifelt über die Probleme in der Schule und zuhause bei den Hausaufgaben. Abends konnte Heiko nur schlecht einschlafen. Nach einer ausführli-chen Anamnese entschieden wir uns zuerst für eine zweiwöchige Vorbehandlung der ge-schwächten Leberkonstitution. Dann folgte die eigentliche Entgiftungs-Behandlung mit einem homöopathischen LM-Mittel. Heiko erhielt im mehrwöchigen Abstand sein für ihn individuell ermitteltes Konstitutionsmittel, zuerst in der Potenz LM 3, später in größeren Schritten an-steigend bis zur LM30. Parallel dazu wurden die Lebensmittel und die aus der Praxis be-kannten kritischen Lebensmittelkombinationen kinesiologisch getestet und Heikos Ernäh-rungsweise entsprechend optimiert. Bereits einige Wochen nach Therapiebeginn verbesser-te sich Heikos Gesundheitszustand, in den folgenden Wochen ging es dann auch in der Schule deutlich bergauf und die Mutter berichtete zufrieden, dass Heikos Lehrerin beim El-ternsprechtag ein dickes Lob ausgesprochen hatte. Auch die Einschlafprobleme gehörten der Vergangenheit an.

Praxisfall Schulprobleme:
Der 8-jährige Steffen (Name geändert) hatte schon im Kindergarten die ersten Schwierigkei-ten. Es fiel ihm extrem schwer, sich von der Mutter zu lösen und das auch noch viele Wo-chen nach seinem ersten Kindergartentag. Die Mutter erzählte beim ausführlichen Anamne-segespräch, dass ihr Sohn im Alter von 2 Jahren nach einer Mehrfachimpfung Fieber und „Beinschmerzen“ bekommen hatte. Das Fieber war erst nach 14 Tagen abgeklungen und die Mutter meinte, Steffen war ab diesem Zeitpunkt „nicht mehr der Alte“. Die Einschulung klapp-te dann nur mit großen Schwierigkeiten. Seine Lehrerin erklärte, dass Steffen im Vergleich zu seinen Klassenkameraden in seiner Entwicklung hinterherhinkt… Behandelt wurde Stef-fen mit dem für ihn aufgrund seiner gesamten Konstitution ausgewählten homöopathischen Mittel. Als Startpotenz wurde die LM3 gewählt. Nach einer Einmalgabe und anschließenden 4 Wochen Behandlungspause wurde dann bei der zweiten Behandlung das gleiche Mittel als LM30 verabreicht. Kurz danach kam es nach Angaben seiner Lehrerin zu einem regelrech-ten Entwicklungsschub. Die Mutter erklärte beim nächsten Kontrolltermin nach 6 Wochen, Steffen habe jetzt keine Schulprobleme mehr und er sei voll in der Klassengemeinschaft in-tegriert. Vieles habe sich zum Besseren entwickelt. Diesen Eindruck kann der Autor bestäti-gen – beim Ersttermin machte Steffen einen äußerst über das normale Maß hinausgehend scheuen und ängstlichen Eindruck, jetzt hat er in seiner Sprechstunde ein aufgewecktes, selbstbewusstes Kind vor sich sitzen, das neugierig Fragen stellt und frei und fröhlich lacht.

Fachartikel - Leben Läufer gefährlich …? erschienen comed 03/07
Sport – Vitalstoffe – Kinesiologie

Sport – Vitalstoffe – Kinesiologie
Laufen und Walking sind so populär wie nie. „Ist das überhaupt gesund?“ oder: „KannSport denn auch ungesund sein?“ – kennen Sie als Therapeut diese und ähnliche Fragenaus Ihrer Praxis? Im Folgenden soll es deshalb nicht darum gehen, die vielen guten Seiten des Laufens zu beschreiben, diese sind unbestritten. Es soll vielmehr auf
die Tücken des Sports hingewiesen werden.Sich zu bewegen, zu laufen oder zu joggen,
ist auf jeden Fall besser als gar keinen Sport
zu treiben. Laufen ist gut für Körper und Seele.
Doch:
Der Läufer schwitzt beim Sport: Mit dem
Schweiß verliert der Körper wertvolle Mineralien
und wichtige Elektrolyte. Ein Liter
Schweiß bedeutet, dass er 1.000 mg Natrium,
250 mg Kalium, 70 mg Magnesium und
andere wichtige Mineralien verliert.


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